LA: Senioren-Weltmeisterschaften in Torun vom 24.-30.03.2019

Ende März standen für mich im polnischen Torun die Senioren-Weltmeisterschaften auf dem Programm, wo ich mich über 60m, 200m und 400m mit sehr starker internationaler Konkurrenz messen wollte. Die Anreise mit der Bahn erfolgte erfreulicherweise problemlos und auch der erste Eindruck von Torun war sehr positiv.

Am Rand der historischen Altstadt, die UNESCO Weltkulturerbe ist, hatte ich meine Unterkunft. Von dort konnte man die Sportstätten in gut 20 Minuten sogar zu Fuß erreichen. Da die Teilnahme an den Wettbewerben bereits am späten Nachmittag des Vortages bestätigt werden musste, machte ich mich also am Samstag zur Leichtathletikhalle auf. Diese war recht eindrucksvoll, sie verfügt über eine 60-Meterlaufbahn, die für 8 Athleten ausgelegt ist, zudem gibt es eine 200-Meterrundbahn mit 6 Bahnen und mehrere Zuschauerränge. Ein ähnlich positives Bild hatte ich auch sofort von der Organisation. Die Ausgabe der Unterlagen und die Bestätigung der Teilnahme, anderenorts eine Stundensache, war in wenigen Minuten absolviert. Eines großes Lob an die Ausrichter. Allgemein sollte die WM in Torun zu den am besten organisierten Veranstaltungen gehören, an denen ich teilgenommen habe. Schon fast professionell war dabei auch die Übertragung im Livestream, der noch auf YouTube verfügbar ist.

Aus sportlicher Sicht fehlte mir anfangs ein wenig das Glück. Bei den 400m erreichte ich problemlos das Halbfinale, zum Finaleinzug fehlten mir dann allerdings 4/10 Sekunden. Noch knapper wurde es bei den darauffolgenden 60m, wo mich vom Endlauf nur 2/100 Sekunden trennten.

So lagen letztendlich alle Hoffnungen auf dem 200m Lauf. Erfreulicherweise hatte ich aus den Erfahrungen bei der DM gelernt und war speziell ausgangs der Kurve extrem aufmerksam gewesen, um nicht die Bahn zu verlassen. Durch die deutliche schmaleren Bahnen, den engeren Radius und die erhöhten Kurven ist dafür die Gefahr in der Halle deutlich höher und tatsächlich wurden allein in meiner Altersklasse deshalb 7 Athleten disqualifiziert. Da es auch einige Sprinter mit starken Meldezeiten getroffen hatte, stiegen die Chancen auf die Finalteilnahme. Die konnte ich am nächsten Nachmittag mit einem Sieg in meinem Halbfinallauf sichern. Die Ergebnisse aller 3 Halbfinals deuteten darauf hin, dass es am Abend ein enges Rennen um die Medaillen werden sollte und tatsächlich lag ich ausgangs der zweiten Kurve nur knapp zurück auf Platz 4. Nach starken letzten 50 Metern war im Ziel aber klar, dass es für eine Medaille gereicht hatte. Wenig später dann das Ergebnis; diesmal hatte ich das Glück auf meiner Seite, mit 1/100 Sekunde Vorsprung reichte es für Silber.

Den Höhepunkt sollten am Schlusstag dann die 4x200m Staffeln bilden, für die ich vom DLV nominiert worden war. Bei 11 gemeldeten Teams in meiner Altersklasse kam es zu 2 Zeitendläufen. Mit einer starken Mannschaftsleistung konnten wir unseren Lauf in einer schnellen Zeit von 1:37,76 gewinnen. Da dann der zweite Lauf deutlich langsamer war, durften wir uns über den Weltmeistertitel freuen. Es war der krönende Abschluss einer tollen Veranstaltung, bei mir im Sprintbereich auch geprägt von einem ausnahmslos sehr fairen Umgang der Athleten aus vielen Nationen untereinander.

Meinert Möller